Die aktuelle Seite
Hintergründliches
Die aktuelle Seite
|
Hintergründliches
Alfred Eisenschink "Woher wissen Sie das?" fragte mich vor Jahren eine Anruferin aus dem Allgäu. In einem meiner Bücher hatte sie gelesen, was ihrem Mann zweimal mit einem falsch konstruierten Heizkessel widerfahren war. Die Frage nach der Quelle eines Wissens bewegt offenbar. Bei gelegentlichen Versuchen, das Schulwissen meiner damals kleinen Tochter zu ergänzen, fragte auch sie mich regelmäßig, woher ich das wisse. Und ebenso regelmäßig antwortete ich, nicht ganz zutreffend, wie ich später erkannte, daß ich mir nicht auch noch gemerkt hätte, wann und wo ich dies oder jenes erfahren habe, und es reiche mir schon, daß ich es noch wisse. Im Kindergarten und während der ersten Schuljahre, so erinnerte ich mich später genau, war es üblich, jeden, der etwas für die Zuhörer Neues verkündete, wie aus der Pistole geschossen zu fragen: "Woher willst Du denn das wissen?". Und es musste eine überzeugende und glaubwürdige Quelle genannt werden, um angesehen zu bleiben. Vater oder Mutter etwa, besser eine Amtsperson, Lehrer, Doktor oder Polizist. Nur sehr große Geschwister wurden auch anerkannt. Verlässliches Wissen zu erlangen, muß offenbar ein tief verwurzeltes menschliches Bedürfnis sein, das durch alle Altersstufen andauert. "Man lernt nie aus!" sagt der Volksmund und bestätigt die innere Aufnahmebereitschaft für neues Wissen. Die Hintergründe und Zusammenhänge zu erkennen, und dadurch neues Wissen zu gewinnen, auch nur längst Gewußtes bestätigt zu sehen, ist gewiß nicht nur für mich ein immer wieder beglückendes Erlebnis. Warum also nicht wenigstens ein paar Quellen preisgeben, woher ich mein Wissen habe? Ich habe es nicht, sondern ich bin nur dahinter gekommen. Es war schon immer da. Weil ich die Quellen weniger bedeutend eingeschätzt hatte als die Fakten, habe ich 1970 mein erstes Sachbuch übers Heizen "aus dem Hut" geschrieben, ohne einen Blick in ein Fachbuch; auch nicht in ein Lexikon. Ein Wörterbuch der Deutschen Sprache, eines für Fremdwörter und eines für sinnverwandte nahm ich gelegentlich zur Hand. Mit dem Ergebnis war ich zufrieden, Leser und Käufer sind es heute noch. Kritiker haben als erstes das Fehlen einer "Quellenangabe", das sogenannte Literaturverzeichnis reklamiert: Woher will der Kerl das wissen?! Und woher wußte ich es? In der Schule habe ich aufgepaßt. Nein, ich war alles andere als ein Streber, aber ich habe mich für den Stoff interessiert. Was die Lehrer erzählten, habe ich mit meinen Erlebnissen verglichen. Es hat immer gedacht in mir. Das führte mich zu den Naturwissenschaften und zur Technik. Doch nicht aller Lehrstoff erwies sich als richtig. Wohl deshalb hatte jenes erste Buch den Titel "Falsch geheizt ist halb gestorben". Eine der wichtigen Erkenntnisse dazu war die Sache mit der "trockenen" Atemluft. Selbstverständlich hatte ich während des Studiums von der angeblichen Notwendigkeit einer relativen Feuchte von 50 Prozent gehört. Aber 50 Prozent bedeuteten bei niedrigen Lufttemperaturen um Null Grad praktisch trockene und bei 30 Grad unerträglich schwüle Atemluft. Da konnte etwas nicht stimmen. Durch Nachdenken kam ich dahinter. Eines Tages stand für mich der Wassergehalt als wichtiges Qualitätsmaß für die Atemluft fest. Das Thema füllte ein langes Kapitel in dem erwähnten Buch. Ein interessierter Mitarbeiter eines damals in Starnberg ansässigen Max-Planck-Instituts holte Meinungen von Wissenschaftern, darunter auch Medizinern ein. Da gab`s Kritik. Von einem "mittleren Atemzug" hatte ich geschrieben, und diesen mit cirka einem Liter angenommen. Unmöglich! Man spricht von "Atemgröße" und hat den Wert auf zwei Stellen hinter dem Komma zu kennen. Die Ausatmungsluft ist zu hundert Prozent mit Wasserdampf gesättigt, behauptete ich, weil sie in einer Schichtdicke von kaum ein Zehntel Millimeter die feuchte innere Lungenoberfläche berührt. Falsch! hieß es, durch "Kondensation im oberen Atmungstrakt" sinkt der Sättigungsgrad auf 98,5 Prozent. Aha! Und auf meine zentrale Aussage über den Unwert der "Relativen Feuchte" und die Bedeutung des absoluten Wassergehalts der Atemluft wurde gar nicht erst eingegangen. "Wer hat denn die Untersuchung geleitet?" - eine Instanz meines Gehirns, die ich nicht orten kann. "Wer hat die Untersuchung finanziert?" - das Nachdenken hat mich, außer ein paar Stunden Schlafs, nichts gekostet. "Überhaupt! Physiologie ist nicht Sache eines Heizungsingenieurs". Bemerkenswert bleibt, dass bis heute im Jahr 2001 die hehre Wissenschaft ignoriert, was inzwischen -zigtausende meiner medizinisch als eher laienhaft angenommenen Leser kapiert haben. Schließlich hatte ich ja meine nachprüfbaren und nachfühlbaren Erfahrungen mitgeteilt. Mitte der sechziger Jahre gab es großen Museen schon Temperatur- und Feuchteschreiber. Einen hatte ich im Hallenbad von Davos gesehen. Jeden habe ich abgelesen. Meine Vermutung bestätigte sich: Wohlig leichtes Atmen gibt es nur in trockener Atemluft. Schaffen Sie sich ein Hygrometer an, hängen Sie daneben ein Thermometer und vergleichen Sie in dem i-x-Diagramm, das Jens Bellmer nach Mollier und angeregt durch meine Hinweise entwickelt hat. Sie werden erkennen: Wann immer Sie genüsslich Luft holen bis tief in die Lungenspitzen, erleben Sie trockene, kühle und staubfreie Luft. Gerade als Techniker habe ich herausgefunden, daß unser Atmungssystem dafür "konstruiert" ist.
![]() Diagramm zur schlüssigen Bewertung der Luftqualität in Abhängigkeit des Wassergehalts: Anzeige des Hygrometers und des Thermometers in Diagramm einpunkten und an der Leiste des Wassergehalts ablesen.
Noch heute meinen Scharen von Laien und Wissenschaftlern, es sich erlauben zu können, das einfach nicht zu glauben. Aber die Physiologie der Atmung, seit 1900 abgeschlossene Wissenschaft, hat mir bestätigt, was ich zunächst für mich gedanklich entwickelt hatte. Aus der Sicht der Zusammenhänge ergab sich das Bild, geradezu selbstverständlich und unwiderlegbar. Lesen Sie im nächsten Teil, was passiert, wenn ein Heizungsingenieur sagt, was erfolgreich gegen ein Leiden getan werden kann, dessen Ursache nach Ansicht der Medizin unbekannt ist und für das es keine Therapie gibt. "Wenn das so einfach wäre, bräuchte man uns nicht!" sagte zu mir eine Ärztin im Ruhestand am Rande eines Seminars. Sie sah schlecht aus und befand sich eher im Krankenstand. Seit fünf Jahren hatte sie keine Nacht so recht Schlaf finden können. Kaum im Bett, stellte sich ein Zucken der Beine ein und hielt sie die restliche Nacht wach. Aufstehen und in der Wohnung hin und her gehen, ließ das Zucken aufhören, aber kaum war sie wieder im Bett, begann es von neuem. Amerikanische Ärzte benannten das Leiden "restless legs" - Ruhelose Beine - räumten aber ein, die Ursache nicht gefunden und entsprechend keine Therapie anzubieten zu haben. Mit dem Namen gilt die Sache als abgeschlossen. Auch bei uns, wenn die Amerikaner schon nichts wissen! Das Leiden hatte auch mein Vater. Neben einer äußeren auffälligen Ähnlichkeit, der Gangart, dem etwas schwächeren rechten Auge, der Form der Fingernägel und einigem anderen, hat er mir auch die Ruhelosen Beine vererbt. Das "Reißen", wie wir in Bayern sagen. Und schon früh, mit gut Zwanzig, hat es mich gerissen. Zu ganz unglaublichen Zeiten, irgendwo zu Besuch, in einem Wirtshaus, wenn ich nicht aufstehen und gehen durfte, einmal im Theater, wo ich das nicht konnte. Im Eigenversuch hielt ich ab dem Zeitpunkt der Erkenntnis meine Waden warm. Von einem Paar knielanger Socken schnitt ich auf Knöchelhöhe die Füßlinge ab, und zog die verbliebenen Schläuche vor dem Bettgehen über die Unterschenkel. Verschwunden war das Reißen und es ist seither vorbei. Vergesse ich die Schläuche einmal anzuziehen, erinnern mich meine Waden zuverlässig 15 bis 20 Minuten nach dem Zubettgehen. Genau das hatte ich der leidenden Ärztin erzählt. Die Antwort kennen Sie. In meinem Buch "Gut schläft sich`s am besten" steht auch diese Geschichte vom Bett als Blasebalg. Mit kleinen Hinweisen habe ich es an eine Reihe von Kapazitäten geschickt, die sich in unterschiedlichen Medien immer wieder hören und sehen lassen. Sie kennen jede und jeden! Doch Sie kennen gewiss auch die Antworten: Schweigen. Wenn Ärzte, noch dazu führende amerikanische, keine Lösung wissen, kann sich ein Heizungsingenieur doch nicht anmaßen...
Auszug aus "Gut schläft sich's am besten" Seite 39 Wenn Sie das Reißen haben, oder jemand in Ihrer Umgebung darunter leidet, probieren Sie es doch einfach aus. Das kostet nicht mehr als ein Paar alte Socken und funktioniert garantiert. Und dann erzählen Sie es weiter. Nur nicht Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Meinetwegen dem Apotheker. Davon wollen heutige Studenten nichts mehr wissen!" sagte mir ein Dozent der Fachhochschule München, als ich ihn auf mangelnde Kenntnis junger Ingenieure über physikalische Grundlagen und die zurückliegende Entwicklung unserer Heiztechnik ansprach. Computer-Programme für alles und jedes sind gefragt, warum Heizkörper und Heizkessel heute wie Kühlschränke aussehen, und wie sich das ergeben hat, interessiert niemanden mehr ernsthaft. Wozu ein Rohrnetz umständlich berechnen, Heizkreislängen, Wasserdurchsatz und Rohrweiten vorwählen, Pumpenleistungen überlegen, Einzelwiderstände von Bögen oder Abzweigen erfassen, alles nachprüfen, vielleicht noch einmal ändern? Wozu gibt es "intelligente" Pumpen, die sich automatisch auf den Rohrnetzwiderstand einstellen? Überhaupt, Hausrechner (Richtige Bezeichnung!) sind heute in der Lage, busvernetzt versteht sich, alle Daten zu erfassen, nicht nur was im Kühlschrank steht oder fehlt, sondern auch wie warm oder kalt jeder Raum geheizt oder gekühlt wird, welche Fenster offen stehen oder nicht. Alles selbst überwacht! Der Computer lässt den Kühlschrank füllen und bei Bedarf die Heizung reparieren. Nur, wer versteht denn davon noch etwas? Fragen Sie doch einmal einen jungen Heizungsexperten, warum er selbst bei kleinen Heizanlagen stets mehrere Heizungspumpen in den Vorlauf über den Heizkessel setzt, anstatt eine in den Rücklauf? Mindestens drei physikalische Gründe gibt es für die Montage simpler Heizungspumpen im Rücklauf. Einen beschreibe ich hier - die anderen finden Sie bei den 100 Fragen. An den Heizflächen des Heizkessels scheiden sich im Wasser gelöste Gase als kleine Bläschen ab, das Heizwasser wird entgast. Am Kesselausgang, also am Vorlaufstutzen wird das Heizwasser beschleunigt. Das senkt den Wasserdruck und die Bläschen können sich ausdehnen, das heißt sie werden größer. Ein zweckmäßigerweise im Vorlauf hinter dem Kessel angeordneter Absorptions-Entlüfter scheidet die Bläschen ab und lässt das gesammelte Gas aus seinem Dom entweichen. Das Rohrnetz wird auf diese Weise wirksam und andauernd entlüftet, wie der Fachmann sagt. Was ist daran so besonders? Nichts! Nur die Pumpen im Vorlauf "atomisieren" die Gasbläschen aus dem Heizkessel wieder, schäumen sie auf und schicken sie wieder in die Rohrleitungen. In beruhigten Strecken, zum Beispiel in Heizkörpern sammeln sie sich zu ordentlichen Luftblasen. Die gurgeln anfangs, unterbrechen dann den Heizwasserstrom. An kalten Heizkörpern muss danach entlüftet werden. Ist oft genug entlüftet, wird neues, wieder gashaltiges Wasser nachgefüllt, und der Zirkus beginnt von neuem. Mit einem UMTS-Handy kann der künftige Heizungskunde unseres Branchennachwuchses vom Auto aus vor seiner Ankunft zuhause den Heizkörper im Bad einschalten - nur entlüften kann er ihn nicht. Wieso diese kommende Generation sich jeden Luxus leistet, den Kühlschranknachfüllservice, die Anzeige geöffneter Fenster, fernschließbarer Rollos davor, die Limousine dazu und ständige Reisen um die halbe Welt, dann aber in Anfällen von Sparsamkeit ausgerechnet den Badheizkörper abstellt, oder wie Götz George die Putzfrau vom Segelboot aus ins Klappbett zwängt, bleibt mir für den Rest meines Lebens rätselhaft. Doch diesem Fortschritt will ich mich nicht in den Weg stellen. Allerdings bleibt meine Heizpumpe im Rücklauf, und an meinem Heizregler genügt mir ein Schalter für Aus und Ein, sowie ein Knopf für wärmer oder kälter. Der Absorptions-Entlüfter funktioniert, und die Füllautomatik hält den Fülldruck. Ob ich im Haus bin, oder mit dem Hund spazieren, spielt keine Rolle. Einem meiner Vorläufer wird nachgesagt, er habe uns geraten: "Bei allem, was ihr tut, bedenket das Ende!" Das finde ich gut. Wie aber könnten wir das Ende ohne den Anfang bedenken? Die Hintergründe führen uns immer wieder an die Anfänge. Und wir sollten bewahren, was andere vor uns mitunter leidvoll erfahren haben, damit es nicht mit denen aus dieser Welt wieder verschwindet. "Man hält es eigentlich bis zuletzt nicht für möglich: ein sorgfältig verarbeitetes Buch in handlichem Format auf gutem Papier gedruckt - und darin nichts als Quatsch." So beginnt ein Verriss der Design-Zeitschrift mdreport auf Seite 73 der Nummer 11/1999. Es geht um mein Buch "Zweckform - Reißform - Quatschform" und einige meiner Leser ahnen es bereits. Ein gekonnter Verriss ist für einen Autor nicht ehrenrührig, und kann den Lesern sogar Freude bereiten. Aber gekonnt muss er eben sein. Daran hapert es bei diesem anonymen Erguß. So geht es weiter: "Von vorn bis hinten angefüllt mit dem unglaublichsten Blödsinn, der, und das ist das eigentlich Ärgerliche und auch Beängstigende, ja offenbar nicht nur das Hirn des Autors selbst verkleistert, sondern dieses auch bei noch mindestens einer Person im Verlag, sei es beim Lektor, Verlagsleiter oder beim Verleger selbst geschafft hat. Hier haben alle versagt. Das Buch (Titel) ist nicht nur in Groteskschrift gesetzt, es ist gesamtinhaltlich grotesk! Da entdeckt der Heizungsingenieur (FH) Alfred Eisenschink, bereits Autor von so epochalen Werken wie "Falsch geheizt ist halb gestorben" oder "Gut schläft sich`s am besten" etc. an sich die Befähigung zur Beurteilung von Design und Architektur oder kurz von Gestaltetem und beruft sich darin auf die kuriosen Ansichten seines ehemaligen Lehrers Günter Fuchs, dereinst, in den 60er Jahren, Dozent im Ingenieurmilieu an der TU München...(Kürzung des mdreport-Redakteurs?) Als reine Lachnummer ist der Schinken im haptischem Einband leider viel zu lang. Man mag nicht immer wieder über die gleichen Dummheiten lachen. Am Ende will man das peinliche Beispiel krankhaften Geltungsdranges, gepaart mit geistiger Inkontinenz nur noch - eingeschlagen in eine neutralweiße Erwachsenen-Windel - ins Altpapier geben." Setzt sich da jemand mit dem Inhalt eines Buches auseinander, oder spukt da einer nur Gift und Galle? Weil nur getroffene Hunde derart jaulen, hat der Tritt anscheinend gesessen. Es sei ja gern gestanden, dass ich auch in diesem Werk kein Fettnäpfchen ausgelassen habe. Warum sollte ich gerade die Glitzerwelt der Design-Szene, oder die Selbstbeweihräucherung einer angeblich modernen Glas- und Spiegel-Architektur schonen? Gibt es einen Grund, die Sprechblasen der Design-Hochjubler einschlägiger Medien, die immer und immer wieder mit den gleichen nebelhaften Ausdrücken "Der Kaiser neue Kleider" loben, nicht beherzt anzustechen? Darf nicht gesagt und gezeigt werden, wie modische, keineswegs moderne Architektur vom ersten computeranimierten Entwurf an, den Keim der Hinfälligkeit birgt und bauschadenträchtig dem Abriß entgegensiecht? Natürlich ist es ärgerlich, wenn einer, nur aus dem "Ingenieurmilieu" kommend, mit klaren Worten und einfachen Begriffen, wie sie in funktionaler Technik nun einmal unerlässlich sind, den Unterschied zwischen einer Zweckform und den vielen Quatschformen unserer Zeit erkennbar macht, und ärgerlich ist es auch, wenn meine Leser plötzlich mitreden können, weil sie die Zusammenhänge verstehen und nicht mehr glauben müssen, was Lobredner so alles verkünden.
Ein hintergründliches Beispiel: den bislang verkannten Unterschied zwischen dem Hübschen und dem Schönen stelle ich begreifbar und mit Fotodokumenten dar. Da kann der "Mann auf der Straße" plötzlich verstehen, was ihn zu der einen Frau hinschauen und von der anderen Abstand halten lässt. Alles ganz einfach! Dagegen ist in umfangreichen Forschungsberichten der letzten Zeit viel vom Einfluss der Körpergerüche bei der Partnerwahl die Rede. Indessen haben wir keine Hundenasen, riechen, falls eine nicht gegen den Wind duftet, allenfalls im Dezimeterbereich. Aber sehen können wir Normalsichtige auf 20 Meter Entfernung schon, ob sich weiteres Hinschauen lohnt. Kommen Sie nicht auf falsche Gedanken, es geht in meinem Buch um Gesichter und das menschliche Antlitz! Die Gesetzmäßigkeit des Schönen hat Günter Fuchs und mich als einen seiner Schüler, von denen es nicht wenige unter der Prominenz der Designer gibt, ein Leben lang bewegt. Daraus folgernd die Antwort, wieso wir uns nach dem Schönen sehnen; nicht weniger wie nach Wahrheit oder Gerechtigkeit. Ins Altpapier sollte das Buch, klar! Damit niemand erfährt, wie und womit wir gegängelt werden mit immer neuem Design von Gebrauchsgegenständen, die zu allem taugen, nur nicht zum Gebrauch. Und dann gebe ich auch noch einen Hinweis zum treffsicheren Beurteilen dieser Quatschformen, mit einer Formel sogar, bei der man nur 3 und 3 zusammenzählen und mit maximal 1 malnehmen muss. Ingenieurmäßig exakt kommt man zu einem zahlenmäßigen Gestaltwert von allem und jedem, was einem angedient wird. Aber die ganz Großen der Szene, deren Namen Heerscharen von Katzenbucklern zusammensinken lassen, Behnisch, Castiglioni, Colani, Gropius und Mies van der Rohe, ja auch diese beiden, Loewy, Meier, Porsche, Paci, Rams, Starck, Schmidt und Wright kommen mit einigen ihrer Kreationen nicht ganz so gut weg. Ehrlich gesagt: sehr bescheiden! Vor Schönem komme ich ins Schwärmen, und vor dem Erhabenen verneige ich mich gern, aber Katzenbuckelei vor dem Schein des Großen, im Grunde Albernen, liegt mir nicht. Die Urteilsfähigkeit ist keine Frage der Ausbildung, umso weniger, weil die Zusammenhänge in Schulen und Universitäten nicht gelehrt, sondern geleugnet werden, und erst recht unterliegt die Urteilskraft nicht der Einbildung gewerbsmäßiger Lobhudler. Es geht in diesem Buch um eine Gestaltlehre und um deren Hintergründe, die Günter Fuchs entwickelt, wissenschaftlich begründet, erfolgreich angewandt und gelehrt hat. Er hat dies begeistert und mit großer Hingabe getan. Nur geschrieben hat er darüber nicht. Das habe ich nach seinem Tod und mit Einverständnis seiner Familie übernommen. Nicht aus Besserwisserei, sondern aus Dankbarkeit für das Erleben dieses Wissens, das trotz seines Wertes und seiner überzeugenden Übereinstimmung mit den Gesetzen der Natur, unserer Natur, andernfalls wieder aus dieser Welt verschwunden wäre. Außer dem Verriss ist nichts geboten? Offengestanden wenig! - Das liegt an der Brisanz und an der umfassenden Breite der behandelten Themen. Eine schärfere Waffe als der böswillige Verriss ist das Totschweigen. Totschweigen soll töten, kann es aber nicht. Die Zeit hilft paradoxerweise dem Überleben. Ein wohlwollender Zeitgenosse sagte mir einmal: "Ihre Bücher klappt man als anderer Mensch zu, als der man sie aufgeschlagen hat." Kann ich mehr erreichen? Alles weitere lesen Sie am besten selbst nach. Auf 480 Seiten, im handlichen Format, auf bestem Papier in der neuesten Groteskschrift "POLO", der schönsten seit Renners FUTURA geschnittenen, mit 220 ganzseitigen, freigestellten Dokumentarfotos und Skizzen. Alles kommt darin vor, was mit Entwerfen, Gestalten oder Konstruieren und den Ergebnissen zu tun hat; auch meine Heiztechnik, versteht sich. Mein Bundespreis aber auch einige Reinfälle. Sie werden staunen. "Sie haben meine Weltsicht erweitert. Solche Lobeshymnen kennen sie wahrscheinlich." Ich deutete lächelnd ein Verbeugen an und der freundliche Besucher sprach weiter: "Was in Ihren Büchern steht erfährt man sonst nirgends. Daß im Ofen Kohlen brennen, hielt ich für selbstverständlich. Doch woher das kommt, was damit alles zusammenhängt hat mich sehr beeindruckt." Viele Gespräche haben so oder ähnlich begonnen und ich wurde und werde immer wieder gefragt, woher ich das alles wisse. Darauf gibt es keine Antwort. Geht es aber um bestimmte Aussagen, so fallen mir regelmäßig Geschichten ein, die Anlass für die eine oder andere Einsicht gaben. In unserer Küche stand ein alter Herd. "Ein umgebauter Sesselofen!" hörte ich als kleiner Bub meinen Vater sagen. Jahre später sah ich einen Sesselofen, erinnert mich an die Worte des Vaters und verstand sofort, was da umgebaut, besser gesagt abgebaut war. Wieder Jahrzehnte später begriff ich den Sinn der Maßnahme: Der Sesselaufbau machte viel Arbeit beim monatlichen Kehren seiner Züge. Das war dem Kaminkehrer zu viel, und dem Hafner, der alljährlich die Risse zu flicken hatte auch. Also ließ der Hausherr den Aufbau abtragen und hat die größere Herdplatte vermutlich als moderner ausgegeben. Die Tochter des Hausmeisters hat mir den Zusammenhang wieder viel später als alte Dame noch bestätigt. ![]() Der zum Herd umgebaute Sesselofen, Versuchs- und Lernobjekt für alles was brannte. An und mit diesem Küchenherd habe ich unglaublich viel gelernt. Das Feuermachen mit zerknülltem Zeitungspapier und Spänen. Links neben dem Ofen auf dem schmalen Spalt zur Wand lag eigens dafür ein Spanmesser. Astfreie Holzscheite wurden damit aufgespaltet. Immer wieder hatte ich meinem Vater dabei zugeschaut. Als ich es endlich selbst durfte, saß jeder Handgriff. Der Herd beschäftigte mich schon als kleinen Buben. Auf der heißen Herdplatte entstanden aus einem Esslöffel voll Wasser kleine dampfende Kugeln, die wild umher tanzten bis sie verschwanden. Im Physikunterricht erfuhr ich eines Tages warum es zur Kugelform der Wassertropfen kommen mußte. Auch die Entzündungstemperatur von Streichholzköpfen oder schlichten Holzspänen konnte ich nennen, als ich über die Anlassfarben von Stählen und deren zugehörigen Temperaturen erfuhr. Bei 400 °C raucht ein Holzspan auf der Herdplatte, bei 500 °C springt aus dem Rauch eine kleine Flamme. Einfach ausprobieren! Den Unterschied von trockenem und grünem Holz lernte ich leidvoll in den Kriegs- und Nachkriegsjahren kennen. Das frisch geschlagene Holz, tropfnass, im Winter auch noch gefroren, wollte nicht brennen. Auf der Herdplatte kreuzweise geschichtet, wie einst die Bauklötze, versuchte ich sie zu trocknen. Aus dieser Zeit stammt auch das besondere Feuermachen mit halben Eierschalen, die je nach Verfügbarkeit mit Spiritus oder Benzin gefüllt wurden. Mein Vater war der Täter. Dies sei hier eingestanden. Als Brandmeister der Münchner Berufsfeuerwehr hielt ich ihn dazu für befugt, und mit seinen Sicherheitshinweisen konnte ich das auch. Bitte machen Sie das nie nach! Nicht was ich alles kann, wollte ich auf diesen Seiten berichten, sondern wie es kam. Jugendliche Lagerfeuerpraxis hat sich ergeben. Das Zündeln war schnell geläufige Nebensache. Der Sprung übers Feuer mit einer kleinen Hand in der Hand war eines Nachts viel wichtiger. Als junger Ingenieur verbrachte ich sechs Wochen auf Prüfständen der Ruhrkohle in Essen. Danach hielt ich in München Vorträge vor Kaminkehrern und Ofensetzern. Die Herren waren 20 und 30 Jahre älter als ich. Hinterher gab es Weißwürste und Helles. Einige wurden gesprächig und ich erfuhr Zusammenhänge, die ich wie Steinchen ins Mosaik meiner Erfahrungen einfügen konnte. Ein merkwürdiges Schicksal führte mich berufszeitlebens immer an Fälle, in denen etwas nicht so verlief wie es sollte. Das reizte. Die Ursachen wollten nicht nur, sondern mußten gefunden werden. Kleine Zufälle waren darunter und kriminelle Einfälle. Und als ich eines Tages darüber zu schreiben begann, fielen mir zur "Kleinen Ofenkunde" die hintergründlichen Geschichten ein. Und danach wieder, als ich über das "Feuer im Ofen - Glück im Haus" nachdachte, und eben erging es mir genau so wieder beim Schreiben dieser Seiten. Mit Geschichten ist das heutzutage so eine Sache. Als Kind war ich süchtig danach, wollte alles erfahren. Die besten Geschichtenerzähler waren mir die liebsten Menschen. Leidenschaftlich habe ich zugehört, und das meiste wie ein Tonbandgerät gespeichert. Gelegentlich spiele ich etwas davon etwa im Freundeskreis ab. Was meinen Sie, daß ich damit erreiche? - Einen Kommentar höre ich immer wieder: "Du, mit deinem Elefantenhirn!" Ich kann damit leben. "Alle drei Minuten flackern im Winter auf unserem Esstisch die Kerzen, als wollten sie ausgehen!" erzählte ein Mann am Telefon. Ein anderer berichtete mir: "Exakt alle sieben Minuten bläst mir in meinem Sessel ein kalter Wind von oben auf den Scheitel!" Auch jeweils im Winter, bleibt zu ergänzen. Die Ursache der Winde ist mir klar, aber eins nach dem andern. "Splitting levels" bewohnte der erste Anrufer, ein Haus mit Halbstöcken, in das Sie auf einem Treppenpodest eintreten und sich zwischen Hades, Keller und Himmel entscheiden müssen. Himmlisch ist die Raumfolge von Ebene zu Ebene keineswegs. Genau genommen kommen Sie an allen Gemächern nur vorbei, am Lokus, an der Küche, am Wohnzimmer, am Bad, am Schlafzimmer finden sich schließlich ganz oben im Kinderzimmer oder im Speicher. Bis Vierzig wohnt sich`s auf diesen dynamischen Schachtelebenen gut, bis Fünfzig zunehmend beschwerlich, und ab 60 für ehrliche Menschen, die nichts grundlos beschönigen, von Jahr zu Jahr mühsamer. Doch warum flackern auf dem Esstisch die Kerzen? An einem Vorplatz der Küche und vor einer Brüstung hatte der eine Mann nach dem Einrichtungsplan des Architekten den Essplatz aufgestellt. Von kalten Wänden der obern Halbetagen strömt kalte Luft über die Treppe nach unten. Das Podest vor dem Tisch wirkt wie ein Stauwehr und deshalb zieht der periodisch ausgelöste Kaltluftstrom über den Tisch und läßt die Kerzen darauf flackern. Der andere Mann saß in seinem Sessel genau unter dem Emporenrand seines firsthohen Wohnzimmers. An der Dachschräge abkühlende Luft hängt zunächst gleichsam an der Holzschalung und driftet beim Erreichen der Auslösetemperatur nach unten, über die Empore hinweg und dann weiter nach unten, dem Mann geradewegs auf den Scheitel. Die zeitliche Abfolge ist immer der zuverlässige Hinweis auf Abkühlungsflächen als Auslöser der Fallwinde in einem Haus. Für den verständigen Leser gehört als zweiter Verursacher die übliche Luftheizerei dazu. Ohne den ständigen Warmluftaufstrom über herkömmlichen Heizkörpern, oder auch durch "Flächenheizung" in den Fußböden, käme diese ungemütliche und obendrein ungesunde Umwälzerei der Atemluft unserer Behausungen nicht zustande. Das ist physikalisch-naturgesetzlich bedingt. Doch ich will die Fakten aus meinem Buch "Schöner bauen, richtig heizen, besser wohnen" hier nicht wiederholen. Wenn ich immer wieder von Naturgesetzen rede, dann nicht aus Besserwisserei, sondern aus der Erfahrung einer Übereinstimmung persönlichen Erlebens und Beobachtens mit den wirkenden Kräften der Natur. Ein Erkennen, was wirkt und wie es wirkt, stand am Anfang. Es wies mir den Weg, zwang mich geradezu, das gewohnte, eingeübte, gewöhnlich sogar gelehrte Verhalten zu verlassen. Es war eine schwierige Umkehr im Strom. Im Einklang mit der Natur handeln, wird nicht jedem etwas sagen. Das will erst einmal erprobt sein, um dabei das gute Gefühl zu erspüren, das daraus erwächst. Übrigens kann das nicht verordnet, gar "gesetzlich verankert" werden. Menschen, die alles Machbare für Fortschritt halten, vergessen nur allzu oft, darüber nachzudenken, ob es sich dabei nicht nur um modische Neuheiten handelt, oder um Neuauflagen alter Hüte. Jene "Splitting levels" kamen nach 50 Jahren einfach wieder in Mode. Dass es sie schon einmal gab war ebenso vergessen wie die Nachteile, die damit verbunden waren. Ein anderer Gesichtspunkt für den Wert von sogenannten Fortschritten wäre, wem die Sache nützt. Denken Sie an die luftdichten Isolierfenster und an die Dämmstoffe. Beides bringt der Industrie Umsätze, aber für den "Nutzer" bleibt nichts, außer Kosten. Die wirkliche Ersparnis an Heizenergie deckt die Ausgaben nie. Am Ende stehen Bauschäden und Probleme mit der Entsorgung. Meine Leser kennen diese Fakten, aber wie viele Bauherren fallen tagtäglich auf die Scheinargumente des angeblich damit verbundenen Umweltschutzes herein? Es lohnt sich, über die Hintergründe der vielen Fortschrittsideen nachzudenken, denn auch in Zukunft gilt: Besser richtig bauen, anstatt modisch, besser gut heizen, anstatt falsch um länger zu leben und schöner zu wohnen. "Am meisten waren wir beeindruckt vom Verlauf unterirdischer Wasserströme, die Alfred Eisenschink in den Plan unseres Grundstücks aus einer Entfernung von mehreren hundert Kilometern eingezeichnet hatte. Ein Rutengänger auf dem Baugrund stellte Abweichungen von weniger als 20 Zentimetern fest." Das stand in einem Brief aus der Steiermark. Wie ist das möglich? Ich weiß nicht wie, aber daß es möglich ist, und ich erinnere mich genau, wie ich zu der Fähigkeit kam. Mein Physiklehrer erwähnte das Phänomen der Wünschelrute erstmals, und daß besonders fühlige Menschen gar keine Rute benötigen. Jahre später beobachtete ich einen Rutengänger, der für eine Bergwachthütte "Wasser suchte". Ich schnitt mir einen gegabelten Weidenzweig, wie er ihn benutzte, und spürte damit auffällige Ausschläge. Einige Blindversuche zeigten mir, daß keine Selbsttäuschung vorlag. Danach war alles schnell vergessen, bis ich 20 Jahre später mit Robert Endrös (Die Strahlung der Erde und ihre Wirkung auf den Menschen, Paffrath-Verlag) in Landshut zusammentraf. In seinem Garten drückte er mir eine Rute in die Hand, und wir wunderten uns beide über die synchronen Ausschläge mit der seinen. Von da an hantierte ich mit Rute und Pendel, und entwickelte eine beachtliche Fühligkeit. Schon bald merkte ich mit dem Ausschlag der Rute ein Knacken in den Ohren. Nach kurzer Übung orientierte ich mich an diesem Knacken, und konnte auf Rute und Pendel verzichten. Auch mit den Händen in der Hosentasche war ich in der Lage, durch seitliches Hin und Her mit dem Kopf, die Grenze einer "Störung", wie in Rutengängerkreisen etwa ein unterirdischer Wasserlauf genannt wird, unter meiner Nasenspitze exakt zu orten. Nun lassen sich mit Rute oder Pendel nicht nur unsichtbare Wasserläufe aufspüren, sondern Verwerfungen, alles mögliche Vergrabene, und auch Stromleitungen. Literatur über eher abenteuerliche Ereignisse füllt Bibliotheken. Es entwickelte sich in mir eine Elektro-Sensibilität. Ob Elektrogeräte ein- oder ausgeschaltet waren, konnte ich fühlen. Stromleitungen, unter denen ich im Auto fuhr, lösten das genannte Knacken in meinen Ohren aus. Sendemasten anzupeilen, auch wenn sie noch nicht zu sehen waren, fiel nicht schwer. An einem Prototyp eines meiner Holzöfen, den ich als Nachtstromspeicher elektrifiziert hatte, erfühlte ich, ob der Ladestrom eingeschaltet war oder nicht. Deshalb ging der Elektroofen trotz bester Funktion nicht in Serie. Darüber habe ich in einem meiner Bücher mehr geschrieben. In Sichtweite meines Hauses stehen mittlerweile auch Sendemasten für den Mobilfunk. Einige habe ich auf Spaziergängen erst gespürt, ehe ich sie sehen konnte. Und damit sind wir unversehens in die Aktualität des Elektrosmogs geraten, der uns bekanntlich immer dichter umgibt. Für viele Zeitgenossen ein ernsthaftes Problem! Gibt es dafür eine Lösung? Selbstverständlich kann es dafür keine Patentrezepte geben, aber einen Trost kann ich immerhin anbieten. Weiter oben hatten Sie gelesen "...(ich) fühlte, konnte, spürte...", alles in der Vergangenheit, so als wäre die Sache inzwischen Geschichte. Ist es natürlich nicht. Nur ging mir eines Tages meine eigene Fühligkeit auf die Nerven. Ich fand in kaum einem Gasthaus noch einen "ungestörten" Sitzplatz. Genauso erging es mir in fremden Büros oder Sitzungsräumen. In einem Hörsaal der Frankfurter Messe musste ich vor meinem Vortrag das Rednerpult auf der Bühne um gut zwei Meter verschieben, weil mir sonst die Augen zugefallen, aber nichts mehr eingefallen wäre. Manchmal kam ich mir wie mein eigener Kasperl vor... Da erinnerte ich mich daran, dass ich auch eine Zeit erlebt habe, ohne diese schon übertriebene Empfindlichkeit, die ich ja selbst entwickelt und gesteigert hatte. Was lag also näher, als ein willentliches Zurücknehmen, gleichsam das Abschalten der mich störenden Empfindungen? In der Tat war das ebenso leicht möglich, wie der anfängliche Aufbau der Empfindsamkeit. Heute bin ich nur mehr fühlig, wenn ich das will, fühle ich mich sonst frei und unbelästigt, kann mich überall bewegen. Robert Endrös hatte mir damals einen kleinen "Entstörsender" geschenkt, mit dem ich ein Störfeld, beispielsweise im Bereich eines Hotelbettes, für mich fühlbar entschärfen konnte, durch Interferenz, wie er mir erklärte. Diesen kleinen Stab hatte ich immer im Gepäck, war geradezu davon abhängig. Auch dieses Problem löste sich, als der Sender in irgendeinem Hotel vergessen wurde. Längst schlafe ich (fast immer) wann ich will und wo ich will. Gerade die unterschiedliche Empfindlichkeit der Menschen war mir ein entscheidender Hinweis. Wenn einige Individuen nichts spüren und auch nicht krank werden, warum sollen dann die wenigen, die alles spüren, nicht auch gesund bleiben können? Gewerbliche Rutengänger hörte ich schon sagen, der Rückgang menschlicher "Fühligkeit" im Vergleich zu früheren Jahrhunderten sei eine Degenrationserscheinung. Was aber, wenn die geringere Empfindlichkeit eine Folge der Anpassung, also einen Evolutionsprozess zum Besseren darstellt? Wie kann ein Rutengänger behaupten, was er selbst fühlt, wird einem anderen Menschen schaden? Ich wage es nicht. Dennoch habe ich Verständnis für Menschen, die wissen möchten, ob der Baugrund ihrer Wahl "gestört" ist. Meistens ist er es nicht, und dann wirkt die Kunde beruhigend. Meine "Fernmutung" verwundert regelmäßig. Robert Endrös war darin Meister. Als er schon gestorben war erinnerte ich mich daran, nahm mir einen Lageplan vor, zog mit einem Bleistift ein imaginäres Raster darüber und...hörte an bestimmten Stellen das Knacken. Den Bauplatz konnte ich anschließend aufsuchen und alles Gespürte fand sich bestätigt. Übrigens lässt sich auf Plänen und Landkarten leichter muten, als vor Ort: ohne Ablenkung durch irgendwelche Gegebenheiten. Ein Kollege und Kunde aus Maine, USA, zeigte sich beeindruckt, und schenkte mir eine Jahresmitgliedschaft in "The American society of Dowsers, Inc.". In den Berichtsheften las ich von Far-Distance-Dowsing, von der "Fernmutung". Ist also gar nichts besonderes. Und was spüren nun Sie? Vielleicht eine Beruhigung! Damit wäre schon etwas erreicht. Aufgeregtheit schadet immer, Gelassenheit hilft dagegen meistens. Damit will ich nichts Verdrängen, keine Gefahren leugnen, oder auch nur herunterspielen. Meine Lebenserfahrung, und die zieht sich inzwischen über rund 70 Jahre hin, hat mir gezeigt, dass wir für viele Anfälligkeiten selbst verantwortlich sind. |
Die aktuelle Seite
Hintergründliches