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Sigmar Gabriels Schuß in die Öfen
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Sigmar Gabriels Schuß in die Öfen Die nachgerüsteten Rußfilter von Diesel-Fahrzeugen haben grandios versagt. Warum also nicht einen neuen Versuch mit Rußfiltern in einigen Millionen Holzöfen? Keine Regierung ist besser als ihre Berater, und diese holen sich unsere Politiker aus der profitorientierten Wirtschaft. Kein Wunder, daß gerade im Zusammenhang mit Umweltschutz nur Maßnahmen „angedacht“ werden, die in erster Linie große Geschäfte sichern. Beispielsweise Rußfilter für rund 10 Millionen Ofenrohre zum Stückpreis von 1200 €, zusammen also 12 Milliarden € aus Bürgers Taschen. Grund: Angeblich schleudern in Deutschland 15 Millionen Holzöfen mehr Feinstaub in die Luft als alle Dieselfahrzeuge zusammen.
Derlei Zahlenspiele bringen Schlagzeilen und niemand fragt nach deren Glaubwürdigkeit, erst recht nicht nach ursächlichen Zusammenhängen, etwa wie der sogenannte Feinstaub entsteht, gar ob er sich nicht auch vorab vermeiden ließe. Am Ende stünde das schöne Filtergeschäft in Gefahr?!
Tatsächlich läßt sich der Auswurf von Ruß und Flugasche nur darum kann es gehen aus den Schornsteinen von Holzöfen nahezu umsonst vermeiden. Durch Jahrhunderttausende hat das die Menschheit beherrscht. Einige Jahrzehnte mit automatisierter Heizerei per Knopfdruck haben alles vergessen lassen; auch Kaminkehrern oder Ofenherstellern. Seit Blitze ersten Menschen erste Feuer bescherten, brannte Holz in der eigenen Asche. Das trockenes Holz gut, nasses eher schlecht brennt, wurde rasch herausgefunden, und auch das viel Wind übers Feuer viel Holz verbraucht. Deshalb legten schon die frühen Vorfahren ihre Feuer in kleinen Gruben oder innerhalb eines Randes aus Feldsteinen an. Rauch- und rußfrei brannten die Feuer, lag erst einmal genügend Asche in der Feuergrube. Daran war jenen noch nomadisierenden Sippen gelegen, denn Rauch hätte die Jagdbeute vergrämt und die Konkurrenz angelockt. Mit der Seßhaftigkeit ließen die Menschen die Steinränder um die Feuerplätze zu Kuppeln wachsen. Durch ein Feuerloch wurde geschürt, und die Rauchgase zogen oben flimmernd durch die Steine ab. Unter den Steinkuppeln ruhte die Glut in tiefer Asche von Feuer zu Feuer. Wie aus den Kuppelöfen die Hohen Herde und darauf unsere Kachelöfen entstanden, kann übersprungen werden. Festgehalten werden muß indessen, daß bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts Holz in allen Öfen, Herden und auf offenen Feuern nur nach dem Naturfeuer-Prinzip in der eigenen Asche verbrannt wurde. Erst als die Wälder weitgehend abgeholzt waren und die Industrie mit Kohle bedient wurde, kamen Feuerroste auf. Für den Abbrand der Kohle war mehr Verbrennungsluft nötig, dazu höhere Abgastemperaturen für mehr „Zug“ in den Schornsteinen. Rauch und Ruß waren die Folge und galten als Sinnbild des industriellen Fortschritts.
Als Kohle zum „Hausbrand“ wurde, kamen die Feuerroste auch in die Stubenöfen und in die Herde der Küchen. Die Menschen gewöhnten sich an den Geruch, und nahmen die verrußten grauen Mauer ihrer Städte um des Fortschritts willen in Kauf. Leider sind die Feuerroste in den meisten häuslichen Feuerstätten verblieben, und nur daher kommt der Flugascheauswurf von Holzfeuern: Holz gehört nicht auf Feuerroste nicht in Öfen, Herden oder offenen Kaminen! Wenn Verbrennungsluft durch Roste von unten durch Holzfeuer bläst, wird die Asche mitgerissen. Was sich davon nicht in Wirbeln der Züge oder in Ofenrohren abscheidet, wird aus den Schornsteinen geblasen. So kommt die Flugasche, neuerdings Feinstaub genannt, in die Luft.
Glüht dagegen Holz in der eigenen Asche, so bleibt die aus den Holzfasern mulekularfein entstehende Asche als dünne weiße Schicht auf der Glut liegen. Das feine Aschegerüst entsteht als filigranes Skelett aus den mineralischen Einschlüssen der Zellulose. Es hält die Glut warm und die erforderliche Verbrennungstemperatur auf der richtigen Höhe. Im eigenen Aschebett brennt trockenes Holz bis zum letzten Molekül aus: In der Asche von Grundfeuern findet sich kein Körnchen Holzkohle. Auf den Rosten der falschen Holzöfen liegen nach jedem ausgegangenen Feuer Holzkohlebrocken und angebrannte Scheite als Reste der vom „Unterwind“ ausgeblasenen Feuer.
Holz gehört nur in Grundöfen, in denen das Feuer auf dem Grund des Ofens in der eigenen Asche brennt. Daher kommt der Name, doch das wissen kaum noch Kaminkehrer, geschweige denn Ofenbauer.
Grundöfen benötigen keinerlei Züge. Die Abgastemperaturen erreichen selten mehr als 150 Grad Celsius. Der erfahrene Holzheizer dreht nicht an Luftklappen oder Rauchgasdrosseln. Das erwünschte Feuer bestimmt er durch die Holzauflage: Dünne Scheite schnelles Feuer, dicke Scheite langes Feuer, viel Holz großes Feuer, wenig Holz kleines Feuer! Hunderte von Holzheizern haben nach der Rast des Autors die falschen Roste in Öfen, Herden oder offenen Kaminen, einfach stillgelegt; mit einer Ladung Sand, mit einer Steinplatte oder einem Blech darauf. Ergebnis: halber Holzverbrauch bei doppelter Brenndauer der Feuer. „Meine Frau schimpft nicht mehr und der Nachbar riecht nichts mehr, wenn ich jetzt in meinem offenen Kamin ohne Rost heize!“
In einem Grundfeuer bläst kein Wind ins Feuer, der die feine Asche in den Schornstein tragen könnte. Sie fällt in sich zusammen, verdichtet sich unter den Scheiten neuer Feuer und wird schwer wie Sand. Von 50 bis 100 Feuern bleibt die Asche in den Öfen liegen. Nach Monaten entnimmt man aus dem kalten Ofen ein paar kleine Schaufeln Asche und gräbt dadurch wieder eine Kuhle für die nächsten Feuer. Alles menschheitsalte, leider fast vergessene Kultur!
Vor diesem Hintergrund darf nicht das Volksvermögen verschleudert werden durch „verordnete“ ebenso nutzlose wie sinnlose Rußfilter in den Rauchrohren falscher Öfen. Richtig allein bleibt, die schädlichen Feuerroste aus Holzöfen zu verbannen, und sei es durch ein Verbot. Also bitte keine Schnellschüsse in die Öfen der Deutschen, Herr Minister Gabriel!
Ein Funke Hoffnung bleibt, denn kein Feuer ist aus, solange es glüht in der Asche! Und auf heftige Kritik eines seiner letzten Schüsse sagte Sigmar Gabriel: „Das nächste Mal muß es besser werden!“ Wir warten darauf. |
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