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Sehen was ist, oder warten was kommt?
Alfred Eisenschink
Kinder erleben den Tag, Erwachsene freuen sich auf den nächsten Feiertag, auf den Urlaub, die Beförderung oder schon auf die Rente, und übersehen das Jetzt. Alles menschlich, solange es gut geht! Wenn aber das Erwartete nicht eintrifft, ist es zu spät. Deshalb müssen wir jetzt die gegebenen Möglichkeiten nutzen. In der Heiztechnik hat die Zukunft schon begonnen. Mein Heizsystem für Strahlenwärme war längst ausgereift, als ich um 1970 vorwiegend Altbauten damit ausrüstete. Ein paar meiner Angebote für ölbefeuerte Heizanlagen wurden damals mit dem gleichlautenden Argument abgelehnt: "Wir warten auf den Atomstrom, der kostet nichts mehr!" Von den 11 Pfennigen, den "der Strom" damals kostete, waren 10 Pfennige allein die Verteilungskosten. Das rechnete ich den Leuten vor, und daß sie mit 10-Pfennig-Strom immer noch zehnmal soviel für die Stromwärme zahlen müßten als für die Heizwärme des Öls, das damals gerade 10 Pfennige kostete. Wie "billig" uns der Atomstrom dann wirklich kam, und über heute hinaus noch kommen wird, wissen wir. Nichtsdestoweniger warten wir wie ehedem auf das, was kommt. Auch wenn es gar nicht kommen kann. Für uns auf keinen Fall, und für die dritte oder fünfte Generation nach uns nur sehr vielleicht. Beispiel: Wasserstoffmotoren für den Straßenverkehr! Da fährt selbstverständlich ein PKW schon damit, wird an einer weltweit einmaligen Tankstelle vollautomatisch betankt. Es gibt immer wieder Fotos der Politprominenz damit. Und vollmundige Hinweise auf den Fortschritt. Nur nicht die geringste Aussicht auf einen Durchbruch dieser Technik! Nicht weil sie zu teuer käme, sondern weil sie unvorstellbar gefährlich ist. Die Wasserstoff-Tankstelle ist vollautomatisiert, weil sich kein vernünftiger, technisch halbwegs gebildeter Mensch dort hin zu gehen traut. Das geringste Leck und es entsteht eine Wolke von "Knallgas", so heißt das hochexplosive Gemisch aus Wasserstoff und Luftsauerstoff seit seiner Entdeckung. Ein Auffahrunfall an einer Kreuzung in einer Stadt ...! Macht nichts, sagen die Gutgläubigen, die Tanks sind bruchsicher eingepackt. Aha! Leider denkt der "TÜV" noch anders, fährt am besten gleich in jedem Wasserstoffauto mit. Für die Millionen Autofahrer, die heute ihre "Mobilität" entfalten, bleibt der Wasserstoffantrieb Utopie. Zweites Beispiel: Brennstoffzelle. Mit dem weniger gefährlichen Methanol laufen Motoren, bewegen Autos, heizen Häuser und liefern Strom. Tags fährt das Mobil, nachts versorgt es das Haus (bei laufendem Motor!) mit Strom, oder speist diesen gegen gesetzlich vorgeschriebene Vergütung ins Netz. Auch dieser technische Einfall funktioniert mit Prototypen, wird wie viele andere, gestern erdachte Ideen, heute schon als die Lösung aller Energie- und Mobilitätsprobleme von morgen angepriesen. Damit lassen sich Sendeblöcke und Druckseiten spektakulär füllen. Außer den Zuschußkassierern hat niemand etwas davon. Unsere heutigen Aufgaben, die aus der Knappheit der Energie und deren steigenden Preisen vor uns liegen, lassen sich nicht lösen durch Warten auf das, was da einst kommen mag, sondern mit dem was heute realisierbar ist und wirkt. Dazu gehört unwiderlegbar die Strahlenwärme. Einerseits die wichtigste Größe der solaren Wärmestrahlung auf unsere Häuser und die ergänzende Strahlenwärme aus Heizanlagen. Nur die Hälfte der Heizenergie von üblicher Luftheizerei muß dafür aufgewandt werden. Das kann in meinen "aktuellen Seiten" nachgelesen werden. Leider nur dort. In allen Medien werden nicht die einfachen, praktischen und wirklich sparsamen Lösungen dieser natürlichen Technik erwähnt. Eine Heizanlage, die unauffällig arbeitet, ohne teuere und komplizierte Regler, mit einem Minimum an Wartung, begeistert bislang nur wenige denkselbständige Menschen. Die meisten wollen, was die meisten haben. In der Masse fühlt sich der Mensch am wohlsten? Keineswegs wohl fühlen sich Leute, die den neuerlichen Ratschlägen der Verbraucherverbände folgen und "die Raumtemperaturen reduzieren". Nicht nur beim Verlassen des Hauses, sondern auch nachts und überhaupt. 6 Prozent Ersparnis soll das bringen mit jedem Grad Raumtemperatur. Das ist ein banaler theoretischer Rechenwert: 20°C Raumtemperatur gegen minus 10°C Außentemperatur gibt eine Differenz von 30°C. Ein Grad davon mehr oder weniger ergibt rund 6 Prozent. Leider nur auf dem Papier! Die Bürger werden damit nur zum Frieren erzogen. Fast alle Zentralheizsysteme erwärmen die Raumluft und nur mittelbar und sehr allmählich die Speichermassen eines Hauses, also die Mauern, Decken und Möbel. Die sogenannte Behaglichkeit stellt sich erst ein, wenn die Speichermassen auf rund 20°C erwärmt sind. Bis dahin muß die Luft reichlich Übertemperatur haben, um die niedrigeren Oberflächentemperaturen der Mauern, Decken und Möbel auszugleichen. Das heißt also die Heizanlagen müssen für ständig wiederkehrende Aufheizphasen höher betrieben werden als bei Dauerbetrieb. Jedem Autofahrer ist längst klar, daß er mit Rasen-Rasten-Rasen mehr Sprit verbraucht, als mit mäßiger Dauer-geschwindigkeit. Aber beim Heizen soll diese physikalische Gesetzmäßigkeit nicht gelten? Auf alten Thermometern steht bei 17 °C "Raumtemperatur". Das war tatsächlich Zimmertemperatur bei der Strahlenwärme alter Kachelöfen. Da waren Wände und Möbel so warm gestrahlt, daß die gleichzeitig kühl gebliebene Raumluft zu Thermometer-Anzeigen von 17°C führte. Und hier gleich noch ein Einschub über vernetztes Wissen: Ein Kunde, Gastronom der alten Schule berichtete mir kürzlich, daß auch die Empfehlung, Rotwein bei Zimmertemperatur zu trinken auf jene vergangenen Zeiten zurückgeht. Mit 16 bis 17°C mundet ein guter Tropfen. Bei 23°C und in überheizten Räumen noch wärmer, sei kein Preis mehr zu gewinnen. Zimmertemperaturen, die für alte Rotweine und ihre Genießer passen und uns Energie sparen helfen, gibt es heute wieder - mit der Strahlenwärme aus Heizleisten. Es können damit wesentlich niedrigere Raumtemperaturen gefahren werden, ohne zu frieren. Darauf beruht unter anderem die Sparsamkeit echter Strahlenheizsysteme. Deren Technik bedeutet die Realität wirksamer Alternativen zur energieverschwenderischen Luftheizerei. Es gibt eine unglaubliche Breite sicherer und erprobter Anwendung; allerdings fast nur außerhalb der Heizungsbranche. Gartner Gundelfingen entwickelte sich in 30 Jahren vom Fensterbau zum Stahlbau-Unternehmen mit einem Jahresumsatz von 350 Millionen DM. Über 600 Großprojekte wurden weltweit errichtet mit strahlenbeheizten Fassaden und Fenster-konstruktionen. Das neue Flughafengebäude in München, das Unfallkrankenhaus in Murnau, die Kennedy-Schule in Berlin sind darunter. Turnhallen, Lagerhallen, Werkstätten werden seit 15 Jahren von einer ganzen Reihe von Spezialfirmen mit strahlenintensiven Heizsystemen ausgestattet. Nur die Heizungsbranche nimmt davon keine Notiz. Dennoch liegt das größte und wirtschaftlichste Sparpotential in der Technik der Strahlenwärme. Für den Wohnungsbau, erst recht für Eigenheime lohnt sich die Umrüstung, für den Neubau kommt nichts anderes in Frage. '
Beispiel: Eine Lufttemperatur von 15°C ist sehr angenehm bei einer Strahlungstemperatur von 23°C. Ein übliches Zimmertermometer mißt dabei ca. 17°C. Kalte Außenwände von 12°C, wie bei vielen Luftheizungen, erfordern eine Lufttemperatur von 25°C. Eine Zimmerthermometer mißt dann ca. 22°C. |
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