Antwort: Der Heizöltank soll maximal den Jahresverbrauch der Heizanlage fassen.

 Dies gilt
für die Heizöllager von Ein- und Zweifamilienhäusern.
Gemessen an der Versorgungssicherheit Deutschlands würde meist sogar der „Halbjahrestank“
genügen. Der „Kleinmengenaufschlag“ der Heizöllieferanten macht jedoch einen etwas
größeren Heizöltank wirtschaftlich.

Hintergründliches: Die Heizölpreise werden von zahlreichen Faktoren beeinflusst. Einen
Teil davon bestimmen internationale Ereignisse, andere hängen vom nationalen oder auch
regionalen Markt ab.
Der örtliche Heizölhandel richtet sich jeweils nach seinem Einstandspreis ab Verladestelle,
bei der er bezieht und schlägt darauf die Frachtkosten bis zu seinem Lager sowie einen Anteil
für Gewinn und Wagnis und die Kosten der Ausfuhr. Dieser letzte Posten ist ein dicker Brokken.
Nach jahrzehntelanger Übung haben sich die Ausfuhrkosten für Kleinlieferungen, und gerade
dafür ist der örtliche Heizölhandel ja zuständig, in einer sog. Mengenstaffel bundesweit und
einheitlich gefestigt.

Unterschiede sind ebenso möglich wie unerheblich! Wichtig bleibt die Tatsache, dass zum
örtlichen Tagespreis diese Kleinmengenaufschläge hinzugerechnet werden. Wer also beispielsweise
bei einer Nachlieferung nicht mindestens 2500 Liter abnehmen kann, sondern nur
2200 oder auch nur 1800, zahlt bis zu 3.50 € je 100 Liter mehr.
Einschließlich Mehrwertsteuer werden daraus fast 80.- € je Heizöllieferung. Da können
die Kosten einer zusätzlichen Zelle für die Tankbatterie von zum Beispiel 200.- bis 400.- €
rasch wieder eingespart sein.
Ein weiterer Kostenpunkt ist die Schlauchlänge, die das Tankfahrzeug zum Füllen des Heizöltanks
benötigt. 40 m sind die üblichen Längen der Vollschlauchtrommeln an den Fahrzeugen.
Für größere Entfernungen zahlt der Kunde 1.- € je 100 Liter Liefermenge mehr. Daher machen
sich ein paar Meter Füllleitung im Haus schnell bezahlt.

Antwort: Selbstverständlich!

Die Bezeichnung „Niedertemperatur“ bezieht sich bei Heizkesseln
nicht auf die Betriebstemperatur der Heizanlage. Es geht vielmehr um die Fähigkeit des
Heizkessels, bei niedrigen Heizmitteltemperaturen an den Heizflächen kein Kondensat aus
den Rauchgasen entstehen zu lassen.

Hintergründliches: Seit alle namhaften Kesselhersteller die Erfindung des Günter Fuchs, die
trockene Heizfläche, übernommen haben, arbeiten die Kessel praktisch schwitzwasserfrei.
Das war früher nicht der Fall. Die wasserberührten Heizflächen waren in der Nähe des Rücklaufeintrittes
in den Kessel so kalt, dass daran Wasserdampf aus den Rauchgasen kondensierte.
Die saueren Kondensate führten zur Korrosion des Kesselwerkstoffes und diese verkürzte
die Haltbarkeit der Kessel oft beträchtlich. Als Abhilfe kannte man nur hohe Betriebstemperaturen.
Die Heizkessel wurden dabei konstant mit 70 bis 80°C gefahren und die für den
Heizbetrieb erforderlichen niedrigeren Vorlauftemperaturen erzielte man durch das Beimischen
kälteren Rücklaufwassers.
Die Freude der Kesselhersteller über die konstruktive Beseitigung des Kondensatanfalles
trotz niedriger Betriebstemperaturen ließ die Bezeichnung „Niedertemperaturheizkessel“ aufkommen.
Weil aber nicht alle Nachempfindungen der Ideen des Günter Fuchs gleich niedrige
Kesselwassertemperaturen zuließen, kamen diejenigen Hersteller, die Stillstandstemperaturen
oder Kaltwassertemperaturen fahren konnten, auf die Wortschöpfung „Tieftemperaturheizkessel“.
Dass sie mit der „Tieftemperatur“ wohl einem Kühlschrank, aber kaum einem Heizkessel
ein vertrauenerweckendes Beiwort anhingen, fällt unter Branchenblindheit. Gelegentlich wird
der sogenannte Tieftemperaturbetrieb einer Heizanlage wegen angeblich niedrigerer Abstrahlungsverluste
als besonders notwendig erachtet. Dieser relative Unsinn lässt sich absolut
bewerten: Alle Heizkessel müssen so gut gedämmt sein, dass die Abstrahlung unter 1% der
sogenannten Nennheizleistung liegt. Nennheizleistung gibt ein Heizkessel bei höchster Betriebstemperatur
ab. Während einer Heizperiode erreicht ein Heizkessel aber nur viel niedrigere
Betriebstemperaturen, im Mittel gerade 50°C. Die Abstrahlung sinkt dadurch ebenfalls
auf weniger als die Hälfte, das heißt auf unter 0,5%.
Liegt nun beispielsweise der jährliche Heizölverbrauch eines Hauses bei 3000 Liter, so erreicht
die Abstrahlungsverlust-Quote weniger als 15 Liter pro Jahr. Durch eine konstruktive
Senkung der maximalen Betriebstemperatur einer Heizanlage von 90 auf 75°C können jährlich
ca. 3 bis 5 Liter Heizöl gespart werden. Die Heizkörper müssen dafür rund 20% größer
ausgelegt werden. Der finanzielle Aufwand erreicht schnell 500.- bis 1000.- €. Bei den aktuellen
Heizölpreisen erreicht das Mehrkosten-Nutzen-Verhältnis (MNV) Werte von 500 : 1,5
= 333 bzw. 1000 : 2,5 = 400. 333 bzw. 400 Jahre dauert es, bis die zusätzlichen Kosten einer
Niedrigtemperaturanlage, (75° C Vorlauf, 55° C Rücklauf) wieder eingespielt sind. (Zum
Thema MNV siehe auch die Fragen 16, 24, 26, 27, 28 , 93, 95)

Antwort: Nein!

 An „Aufstellräume für Gasfeuerstätten“ werden klar formulierte Ansprüche
gestellt. Je nach Kesselleistung stehen die einschlägigen Vorschriften in den Technischen
Richtlinien für Gasinstallationen (TRGI) oder in den Heizraumrichtlinien. Es müsste also im
Dachboden ein Aufstellraum eingerichtet werden. Das bedeutet einen ordentlichen
Dachausbau, zusätzlich mit Be- und Entlüftung, mit Wasserzulauf und Anschluss an die
Entwässerung, da dies ein Nassraum ist, in dem die Heizanlage gefüllt, gespült und entleert
werden muss. Weil also mit Schläuchen hantiert wird, auch einmal Wasser aus
Sicherheitsventilen austreten und kräftig spritzen kann, kommt ein ordentlicher Planer nicht
um eine Abdichtung nach DIN 18195 aus. Dieser Aufstellraum müsste somit nach unten und
an den Wänden wasserdicht gestaltet werden, nicht anders als ein Badezimmer.
Hinzu kommt, dass ein Gasheizkessel etwa 150 kg wiegen kann und annähernd die Abmessungen
eines Kühlschrankes oder einer Waschmaschine hat. Über zwei oder drei Treppen
kommt es da schnell zu Transportproblemen. Außer der ersten Montage spielen sich auf dem
Dachboden dann auch die Wartungs- und Pflegearbeiten ab.
Nach zehn Jahren sind Gasheizkessel regelmäßig technisch überholt. Danach werden sie erneuert.
Dann zieht sich der Austauschtransport nicht, wie anfangs durch eine Baustelle, sondern
durch ein fertiges, bewohntes Haus über alle Etagen hin.
Nicht zuletzt bleibt noch das Schornsteinproblem. Ein gemauerter Schornstein vom Keller bis
über den First soll ja bei dieser Spitzbodenlösung eingespart werden. Das Blech-Ersatzrohr
durch die Dachhaut darf nicht nur auf den Heizkessel gestellt und der Hebelwirkung von
Wind, Wetter und Schnee ausgesetzt werden, es muss vielmehr biegesteif auf dem Boden
verankert sein. Andernfalls ist die dauerhafte Dichtheit der Manschette in der Dachhaut
gefährdet. Dies aber hieße Ärger und Bauschäden programmieren.
Weil diese Abgasrohrstummel außen aus ästhetischen Gründen relativ kurz gehalten werden,
verbietet sich die Lösung praktisch, wenn in der Dachfläche Fenster eingesetzt oder in der
Nähe Gaupen aufgebaut sind. Die damit verbundene Gesundheitsgefahr für die Menschen
hinter solchen Fenstern wäre Grund genug, den Unfug generell zu verbieten.
Völlig außer acht lassen die Befürworter der Spitzboden-Idee das Frostrisiko. Stromausfall bedeutet
Heizungsstillstand. Der minimale Wasserinhalt speziell der Thermen und die zwar gedämmten
aber für wirksame Wärmespeicherung zu leichten Dächer lassen in kurzer Zeit die
Temperatur in den Speichern unter 0° C sinken. Frostschäden werden dann fast zwangsläufig
zu Wasserschäden
Hintergründliches: Seit Ende der fünfziger Jahre ist es im Wohnhausbau üblich geworden,
jegliche technische Gebäudeausrüstung zu verstecken. Zunächst mussten alle Arten von Leitungen
unter Putz und in Mauerschlitzen verschwinden. Dann sollte die Deckenheizung und
ihre Nachfolgerin, die Fußbodenheizung, alle sichtbaren Heizkörper überflüssig machen.
Zuletzt unterstützte diese Entwicklung eine irregeleitete Werbung für gasbeheizte
Wandgeräte, indem sie Architekten und Bauherren vorgaukelte, man könne diese Apparate
auch noch in Schränken verschwinden lassen. Damit das technisch machbar wurde, erfand
man Außenwandgeräte, die Verbrennungsluft von außen durch die Wand ansaugten und die
Abgase des Verbrennungsprozesses ebenfalls nach außen führten. Die Lage dieser
Abgasöffnungen zu Fenstern und Türen des Hauses wurde eifrig vernachlässigt. Ungeachtet
aller damit verbundenen Gefahren entwickelte sich das Geschäft so gut und machte die Lobby
derart stark, dass keine der sonst allzu Vorschriftseifriegen Institutionen, allen voran der
Deutsche Verein der Gas- und Wasserfachleute (DVGW), dagegen einzuschreiten gedachte.
Erst als bei der Altbausanierung von Wohnblöcken Dachheizzentralen in primitivster Machart
überhand nahmen, wurde versucht, mit Regeln den Wildwuchs wieder einzudämmen. Davon
sind aber nicht die Versuche betroffen, Heizkessel in Einfamilienhäuser auf den Dachboden
zu verbannen.
Beispiel für die Fehlinformation in der Werbung aus Baumagazin 4/95
Offenbar denkt keiner der Architekten, die dieser Mode frönen, an die Folgen für sich selbst.
Wenn Schaden eintritt, fehlt es gewiss nicht an Sachverständigen, die die Ursache in Planungsfehlern
sehen (Siehe hierzu die Antworten 9,11,12,16,17,24,25,32) Dann ist außer der
Nachbesserung auch noch der Höhe nach unbegrenzte und nicht versicherbare Schadensersatz
fällig.
Sollte man dem Bauherrn dennoch einreden, er könne sparen, indem er auf einen ordentlichen
Heizraum verzichtet und auch auf einen angeblich überflüssigen Schornstein, den er doch
schon bei der leichtesten Brennstoff-Krise für das Überleben im Haus braucht?
Nachtrag: Die WÜRTTEMBERGISCHE lehnt als erste die Versicherung von
Wasserschäden in Häusern mit dieser Art Dachheizzentralen ab; andere werden folgen. Auch
das muss dem Bauherrn gesagt werden.

Antwort: Keinesfalls!

Strahlungsklima ist gegeben, wenn die Strahlungstemperatur über der
Lufttemperatur liegt. Strahlungstemperatur in beheizten Räumen ist gleichzusetzen mit der
Oberflächentemperatur der Wände und Möbel. Die Differenz zwischen der Strahlungstemperatur
und der Hauttemperatur des Menschen bestimmt die Wärmestromdichte in der Haut.
Von ihrer Größenordnung wird das Behaglichkeitsgefühl bestimmt und die körpereigene
Thermoregulation beeinflusst. Dabei kommt es nur auf die Temperatur der Oberflächen der
Wände an, nicht auf die von darunterliegenden Schichten.
Aus diesem Grund spielt auch die Beschaffenheit der Wandoberflächen, deren Material, Glätte
oder Rauhigkeit keine besondere Rolle. Strahlungsklima kann nach physikalischer Definition
in einem Betonbunker ebenso realisiert werden, wie in einem Holzblockhaus, mag der
wohnpsychologische Unterschied noch so groß sein.
Insoweit macht es auch keinen Unterschied, ob eine Wand direkt, also von innen her, oder indirekt,
von der Oberfläche aus erwärmt wird.
Umso mehr unterscheiden sich beide Verfahren in der bautechnischen Praxis. Die Heizleiste
wird auf der Wand montiert. Alle wasserführenden Teile bleiben sichtbar und zugänglich. Das
Kernrohr und alle verbindenden Rohrabschnitte haben den gleichen vernünftig großen Querschnitt.
Der Materialbedarf dafür liegt unter dem aller vergleichbarer heiztechnischer Verfahren.
Die geringe installierte Masse bringt zusammen mit dem geringen Wasserinhalt eine minimale
thermische Trägheit oder, anders formuliert, eine nahezu verzögerungsfreie Regelbarkeit.
Keines der bekannten Wandheizsysteme kann auch nur einen dieser Vorzüge bieten. Da werden
Rohrschlangen aus Metall oder flächiges Rohr aus Kunststoff auf rohes Mauerwerk genagelt
und eingeputzt. Rohrabschnitte werden unterschiedlich lang verlegt und unterschiedlich
dimensioniert, ohne Rücksicht auf daraus resultierende unterschiedliche Durchflussmengen.
Die Kunststoffrohre haben bei einem der Systeme Strömungsquerschnitte von weniger als 2
mm. Praktiker wissen, wie schnell sich solche Kanülen durch sedimentierendes Heizwasser
verlegen. Das Einputzen macht die fragwürdigen Konstruktionen unauffindbar. Weder Nägel
noch Dübel dürfen jemals in die Wände geschlagen oder gebohrt werden.
Und nicht zuletzt: Diesen Heizsystemen wird die thermische Trägheit der umgebenden Bausubstanz
auferlegt, ähnlich wie den frühen, in Beton gegossenen Fußboden- und Deckenheizungen,
die gerade deswegen alsbald für untauglich erklärt wurden.
Hintergründliches: Die direkten Wandheizungen werden von Baubiologen protegiert. Wie
vieles Baubiologische wurden die Heiz-Methoden autodidaktisch entwickelt. Kein Wunder,
dass dabei weder Hintergrundwissen, noch bautechnische Erfahrungen einfließen konnten. Es
ging auch von Anfang an nur um eine Alternative zur Heizleiste, deren Einfachheit und Effektivität.
Übrigens hat es zu keiner Zeit an Versuchen gefehlt, Strahlungsklima zwar mit Zentral-Heizsystemen,
aber ohne Heizleisten zu gestalten. Für Stahlbeton-Skelettbauten entwickelte Gartner
& Co in Gundelfingen die sogenannten Integrierten Fassaden, ein System heizwasserdurchströmter
Fensterrahmen. Auch tragende Säulen aus Metall wurden beheizt und dadurch
zu Strahlungsquellen gemacht, wie zum Beispiel äußerst erfolgreich im Flughafen München II
(Franz-Josef-Strauß-Flughafen).
Ob die Heizleiste eines Tages durch eine andere Heiztechnik übertroffen werden kann, bleibt
offen. Alternativen als Selbstzweck kann im Hinblick auf die knappen Ressourcen heute niemand
mehr verantworten.

Antwort: Erteilen Sie dem Installateur keinen Auftrag! Er hat von seinem Fach keine Ahnung.

(„Wer Kupferleitungen hartlöten will, muss eine weiche Birne haben“.)
Seit fast 30 Jahren bemüht sich das Deutsche Kupferinstitut, Berlin, das sogenannte Hartlöten
von Kupferinstallationen fernzuhalten. Anlass dafür waren Korrosions- und Bruchschäden an
hartgelöteten Kupferleitungen.
Inzwischen füllen die Hinweise auf die Zweckmäßigkeit von Zinnloten und chloridfreien,
wasserlöslichen Flussmitteln für Kupferrohr-Installationen schon Bibliotheken. Für Kalt- oder
Warmwasserleitungen ist ein Zinnlot jedem messing- oder auch silberlegierten Lot bei der
Kupferrohr-Installation überlegen.
Plausible Gründe sieht man in der Schmelztemperatur der Lote. Während für Zinnlote bereits
Temperaturen von etwas über 400°C für den Schmelzfluss ausreichen, erfordern Messingund
Silberlote Temperaturen bis zu 700°C. Dabei glüht das Kupferrohr-Material hellrot, formt
sich kristallin um und ist hinterher brüchig weich. Bei den Schmelztemperaturen des Zinnlotes
dagegen, verfärbt sich das Kupfer nicht einmal und behält die ursprüngliche Ziehhärte nahezu
vollständig.
Die Flussmittel-Rückstände sind bei den Zinnloten wasserlöslich. Sie können vor Inbetriebnahme
der Rohrleitungen mit kaltem Wasser restlos ausgespült werden. Damit sind gesundheitliche
und Korrosions-Schäden ausgeschlossen. Bei den Flussmitteln der messing- oder
zinnlegierten Lote ist das nicht der Fall.
Der Praktiker erkennt in der geringen Löttemperatur einen beachtlichen Vorteil. Schließlich
spart sie Anwärmzeit, also Arbeitszeit und verringert das Brand-Risiko.
Hintergründliches: Das sogenannte Hartlöten mit Messingloten hatte bei der Kesselflickerei
in früheren Zeiten erkennbare Vorteile. Bei einem Kupferkessel, der über dem offenen Feuer
hing, schmolz das Messinglot nicht außen vom Loch ab, wenn es innen zufällig nicht von
Flüssigkeit bedeckt war. Zinnlote hatten in dieser Situation keine Chance.
Die unglückliche Bezeichnung „hart“ und „weich“ für die unterschiedlichen Lötarten wurde
aus dieser Zeit zur qualitativen Wertung, die sich seit vielen Jahrzehnten schier unausrottbar
hält.
Selbstverständlich hat Messinglot in der Blechnerei seine Vorteile. An alten, kupferbeschlagenen
Schanktischen kann man gelegentlich noch Lötnähte finden, die schwalbenschwanzähnlich
gezackt quer über die Fläche verlaufen. Das sind Nähte „mit gleicher Blechstärke“, die,
mit angeschärften Kanten und versetzten Meißelschlägen kunstvoll verzahnt vorbereitet, gelötet,
überschliffen und poliert werden. Diese Handwerkskünste haben aber nichts mit Rohrinstallation
zu tun.
Ein weiterer Grund für das Beibehalten des Hartlötens durch manchen Installateur liegt darin,
dass beim Hartlöten die Lötnähte nicht vorgereinigt werden müssen. Die Flussmittel, z.B.
Borsalze, schmelzen schon vor der eigentlichen Löttemperatur und befreien die Lötstellen von
Metalloxiden und Schmutz. Das Lot wird dann im Schmelzfluss dick aufgetragen und tritt an
die Stelle des geschmolzenen Flussmittels. Dabei können größere Abstände der Lötteile leicht
abgedeckt und überschmolzen werden.
Zinnlote erforderten bei der Kupferrohr-Installation bis vor einiger Zeit eine gründliche Vorreinigung,
ja fast eine Politur der Muffen- und Rohrenden. Zum Schutz vor einer neuerlichen
Oxydation beim Erwärmen mussten sie mit Lötfetten versiegelt werden. Die Lötnähte selbst
sind sogenannte Kapillarnähte, die mit einem Abstand zwischen den Lötflächen von nur einem
Zehntel Millimeter kalibriert sein müssen. Das flüssige Lot saugt sich dann durch Kapillarwirkung,
auch gegen die Schwerkraft, in den Lötspalt.
Dieses Vorreinigen der Lötnähte machte besonders bei kleinen Rohrdurchmessern bis etwa
22 mm eine ganz erhebliche Mühe. Möglicherweise resultiert daraus die Abneigung vieler Installateure
gegen diese Lötart.
Mittlerweile werden ausschließlich pastöse Flussmittel verwendet, die sich mit dem Pinsel an
ungereinigten Lötflächen auftragen lassen. Beim Erwärmen reinigen die Flussmittel die Lötflächen
von Kupferoxiden und Schmutz, sichern den Lotfluss und gestalten auf diese Weise
den Lötvorgang ausgesprochen mühelos.
Zinnlöten an Kupferrohren ist für Laien völlig unproblematisch; auch wenn sie die Anleitung
dazu nur lesen. Fachleute, die hartlöten können, sind nach der ersten richtigen Lötnaht mit
Zinnlot für immer bekehrt.

Antwort: Im Einfamilienhaus wären damit nur Geld und Energie verschwendet.

Die Installation kommt teuer, denn die Leitungswege verdoppeln sich. Der Warmwasserkreislauf funktioniert
bei heutiger Bau- und Installations-Technik nicht mehr durch Schwerkraft-Umlauf, sondern
muss mit einer Zirkulationspumpe in Gang gehalten werden. Nach der geltenden Heizanlagen-
Verordnung muss diese Pumpe zeit- und temperaturgesteuert sein, das heißt sie darf nur
laufen, wenn das Warmwasser kälter als 40°C ist und sie muss während der Nacht stehen. Der
Wasserkreislauf kühlt zwangsweise den Warmwasserbereiter aus, so dass er immer wieder
nachgeladen werden muss.
Dieser Aufwand mag in einem vielstöckigen Mehrfamilienhaus bei zentraler Warmwasserbereitung
gerechtfertigt sein. Weil dort regelmäßig ein Warmwasserzähler den Verbrauch jeder
Wohnung misst, ohne Rücksicht auf die jeweilige Zapfwasser-Temperatur, kann man sogar
einen Anspruch des zahlenden Verbrauchers auf eine Mindesttemperatur zugestehen. Diese
kann nur mit der Zirkulationseinrichtung geboten werden.
Im privaten Eigenheim verlegt man die Warmwasserleitung aus Kupferrohren mit kleinem
Durchmesser. Für den Hauptstrang zwischen Warmwasser-Speicher und Badewanne genügt
Nennweite 15 und für Spüle oder Waschtisch, auch für Spül- und Waschmaschinen 12, für
Handwaschbecken schon 10. Es wäre auch kein Fehler, wenn alle Leitungen mit 15 mm
Durchmesser verlegt würden, jedoch keinesfalls größer.
1 m Rohr mit 15 mm Außendurchmesser (!) fasst 200 ml Wasser. Bei 10 m Anschlusslänge
für die Badewanne – und das ist mehr als der durchschnittliche Leitungsweg – kommt nach
zwei Litern Wasserauslauf bereits Wasser mit voller Speichertemperatur. Die dünnwandigen
Kupferrohre entziehen dem nachströmenden Wasser kaum Wärme. Die Wärmedämmung der
Warmwasserleitungen hält deren Inhalt lange Zeit warm, so dass nur der erste von mehreren
Badbenützern den Wasservorlauf auslösen muss.
Diese Technik spart am meisten Herstellungsaufwand und Betriebskosten; Energieverbrauch
einbezogen. Allein das gesparte Geld für die komplette Zirkulationseinrichtung und für die
billigeren dünnen Rohrleitungen deckt die Kosten für das Vorlaufwasser (2 m3/Jahr) für 200
Jahre, oder den gesamten Warmwasserverbrauch der ersten beiden Jahre für drei bis vier Personen;
wohlgemerkt einschließlich Energiekosten.

Hintergründliches: Die Zirkulationsleitung für Warmwasser-Bereitungsanlagen hat eine
lange Geschichte, in der, wie so oft, die Auswirkungen des ersten Fehlers und aller weiteren
jeweils durch einen neuen nur gemildert wurden.
Als vor gut hundert Jahren die Zentralheizung, zunächst als Dampfheizung und erst viel später
als Warmwasserheizung, Einzug in die Villen der oberen Zehntausend hielt, war die Technik,
für heutige Begriffe, entsetzlich überdimensioniert. Die Heizkessel und die Boiler, wie
man die Warmwasserspeicher nannte, waren zwei- bis dreimal so groß, die Rohrleitungen
mindestens doppelt so dick, wie sie hätten sein können. Noch gab es ja keine physikalisch begründeten
Berechnungsmethoden, sondern nur gutgemeinte Empfehlungen. Viel zu klein war
dagegen der Kaltwasseranschluss der Villen ausgelegt.
Der weitere Weg des Warmwassers durch den Speicher zu den Zapfstellen, im Vergleich zum
Kaltwasser, führte zu höheren Druckverlusten und kleineren Auslaufmengen. Dies glich man
durch größere Durchmesser der Warmwasserleitungen aus.
Das Heizmedium Dampf konnte das Warmwasser zum Kochen und die Boiler zur Explosion
bringen. Dagegen setzte man Sicherheitsventile und Rückschlagklappen ein, die den Durchflusswiderstand
abermals erhöhten, was wieder zu größeren Rohrweiten der Warmwasser-
Leitungen führte.
Die verzinkten Gewinderohre, aus denen Warmwasserleitungen zusammengeschraubt wurden,
waren eine Erfindung der Engländer. Für die Dampfmaschinen des James Watt und seiner
Nachfolger waren sie extra dickwandig gemacht. Die Innendurchmesser wurden in Zoll
gemessen. Außen schnitt man die Gewinde darauf.
Nach und nach erwiesen sich dünnere Wandstärken als ausreichend. Weil man die Gewinde
weiterhin passend halten wollte, vergrößerten sich die Innendurchmesser und damit der Wasserinhalt.
Vielleicht hätte danach ein 3/4″-Rohr anstelle eines 1″-Rohres genügt, aber man dimensionierte
weiterhin wie gewohnt. An den Warmwasser-Zapfhähnen dauerte es lange, bis
der große abgekühlte Wasserinhalt abgeflossen und vom Boiler nachfließendes warmes Wasser
auch das viele Metall der schweren Gewinderohre durchwärmt hatte. Erst danach floss
warmes Wasser aus dem Hahn.
Dagegen erfand man die Zirkulationsleitung. Sie begann an der Warmwasserleitung kurz vor
der Zapfstelle und führte zurück in den unteren Teil des Boilers. Den Umlauf in diesem Rohrsystem
überließ man der Schwerkraft. Dazu mussten alle horizontalen Abschnitte der Warmwasserleitung
leicht steigend und diejenigen der Zirkulationsleitung mit leichtem Gefälle verlegt
werden. Außerdem blieben die Zirkulationsleitungen meistens ungedämmt, weil deren
Abkühlung den Umlauf beschleunigte. Das kühlte zwar den Boiler aus, aber dann heizte der
Gärtner des Hausherrn den Kessel wieder an oder auch nur nach.
Seit den fünfziger Jahren erscheint die Montage von Wasserleitungen mit Steigung und Gefälle
zu umständlich. Es gibt elektrische Umwälzpumpen, die den Umlauf des Wassers gegen jeden
Widerstand schaffen.
So lief das also. Anfangs in den Villen, dann in Bürgerhäusern, in Hotels, später in Gasthöfen
mit fließendem Kalt- und Warmwasser, in Krankenhäusern, Kasernen und Spitälern und
schließlich auch in besseren Mietshäusern und – Eigenheimen!
An den Energieverlust dachte man erstmals um 1984.
Übrigens fehlt an den meisten Zirkulationsleitungen eine Rückschlagklappe am Boilereintritt.
Das Zirkulationswasser soll ja nur von der Stelle kurz vor einer Zapfstelle wieder zum Warmwasserbereiter
zurückströmen. Allzu viele Installateure glauben offenbar, das Wasser wüsste
dies von alleine.
Tatsächlich bildet ja die Zirkulationsleitung einen zweiten Strömungsweg vom Warmwasserbereiter
zur Zapfstelle und diesen Weg nimmt das Wasser in gottgewollter Weise wahr, wenn
die besagte Rückschlagklappe fehlt, oder auch die Zirkulationspumpe steht. Zwar ist die
Rohrreibung in der kleineren Zirkulationsleitung größer als in der Warmwasserleitung, doch
es wird im umgekehrten Verhältnis dieser Strömungswiderstände eine beachtliche, kältere
Wassermenge den Weg bis kurz vor die Zapfstelle finden und sich dort mit dem Warmwasser
mischen.
Bei diesem Rückstrom fließt deshalb kälteres Wasser nach oben, weil die Zirkulationsleitung
im unteren, möglicherweise schon kalten Teil des Boilers mündet, oder aber, wie vielfach üblich,
direkt in den Kaltwassereintritt vor dem Boiler. Dadurch wird sie zeitweise nur mit Kaltwasser
gespeist.
Diese fehlerhafte Installation führt dazu, dass zunächst etwas Warmwasser aus dem Zapfhahn,
z.B. in die Badewanne fließt und von da weg merklich abgekühltes, oft nur lauwarmes
Wasser.
Für derlei Fehler sollte man den Installateur oder den Planer auch dann noch verantwortlich
machen, wenn die eigentliche Garantiezeit nach VOB oder BGB bereits abgelaufen ist: Planungsfehler
dieser Art verjähren erst nach 30 Jahren.

Antwort: Nein, wichtige Anlagenteile vergessen wir nicht. Der Heizungsfachmann
versteht das System nicht. In den Heizkreisen haben die Heizregister den gleichen Kernrohrdurchmesser
wie die verbindenden Rohrleitungen. Infolgedessen hält der Heizwasserstrom
auf dem Weg durch den Heizkreis gleiche Strömungsgeschwindigkeiten, und deshalb
gibt es auch für das Heizwasser keine Beruhigungsräume, wie etwa bauchige Radiatoren, mit
Verweilzeiten, während derer sich gelöste Gase absetzen könnten, die dann ein Entlüfter wieder
aus dem Netz entlassen müsste. Sobald die Heizkreise nacheinander durchgespült und
damit luftfrei mit Wasser gefüllt sind, ist die Anlage, Dichtigkeit vorausgesetzt, betriebsbereit.
Die beim ersten Hochheizen freiwerdenden Gase schickt man nun nicht in die Heizkreise,
damit sie sich dort zu Blasen sammeln, gluckern und am Ende gar den Volumenstrom behindern
könnten, sondern man entfernt sie mit einem Absorptionsentlüfter unmittelbar am Kesselaustritt
zu Beginn der Vorlaufstrecke. Gase, die sich in dieser Entlüftungsarmatur sammeln,
werden durch ein Schwimmerventil aus dem Netz entfernt.

Hintergründliches: Der Füll- und Spülvorgang der Heizkreise in Heizleistenanlagen ist mit dem Füllen eines Gartenschlauches vergleichbar. Jedermann weiß, wenn er einen neuen oder
leeren Schlauch am Wasserhahn anschließt und aufdreht, so kommt zunächst einmal am
Schlauchende Luft an, dann für einige Augenblicke ein spritzendes Gemisch aus Luftblasen
und Wasser und zuletzt der gleichmäßige Wasserstrahl. Ein Heizungsfachmann der zur „Sicherheit“
an bestimmten Stellen in Heizkreisen von Heizleisten Entlüfter einbauen wollte,
müsste das auch am Scheitel jeder Windung seines Gartenschlauches tun. Solchen Unsinn
würde sich aber wohl keiner erlauben.

Antwort: Bislang nicht!

http://www.medizinauskunft.de/artikel/special/22_07_feinstaub.php

Dabei wäre der Staubgehalt Atemluft ein wichtiges Indiz zum Qualifizieren
unterschiedlicher Heiztechnik. Aber der an unseren Hochschulen noch existierende
Anteil freier Forschung ist daran offensichtlich nicht interessiert und wählt andere Themen.
Auftragsgutachten der Industrie sind in absehbarer Zeit nicht zu erwarten. Weder die im Verband
der Stahlheizkörper-Hersteller zusammengeschlossenen Unternehmer, noch der Verband
für Flächenheizungen, wie sich der Zusammenschluss aller Unternehmen nennt, die Fußbodenheizungen
herstellen, werden dafür Geld ausgeben. Beide halten gemeinsam die Mehrheit
der Marktanteile auf dem Heizungsmarkt und können nach dem Stand der bislang publizierten
Fakten zum Thema Heizung und Gesundheit abschätzen, wie schlecht sie beim Werten des
Staubgehaltes der Atemluft mit ihren Produkten abschneiden würden.
Hintergründliches: Die Qualität unterschiedlicher Raumklimate wird seit gut zwanzig Jahren
diskutiert. Ein Zusammenhang zwischen Raumklima und menschlicher Gesundheit oder
treffender mit Krankheiten wie Lungenkrebs, Rheuma und Allergien könnte zwar längst aus
ärztlichen Befunden oder Krankengeschichten abgeleitet werden, wird aber von der Schulmedizin
noch weitgehend ignoriert. Viele einsichtige Menschen fordern zwar seit Jahren, die Zusammenhänge
müssten endlich erforscht und publiziert werden, konnten aber die Öffentlichkeit
noch nicht soweit aufrütteln, dass etwa das frühere Bundesgesundheitsamt hätte aktiv
werden können oder gar müssen. Stattdessen wird es von der Mehrheit der Bevölkerung wie
gottgewollt hingenommen, dass falsche Heiztechnik mit Radiatoren und Konvektoren aber
auch mit Fußbodenheizungen die Raumluft absichtlich als Heizmedium benutzt, wärmedynamisch
umschichtet und mit Staub befrachtet.
Die Heizungsindustrie wird daher weiterhin die eingefahrenen Wege beschreiten. Erst wenn
der Druck der Öffentlichkeit ähnlich wächst, wie etwa beim Passiv-Rauchen, wird die Heizungsbranche
umschwenken. Seit über zwanzig Jahren gibt es geeignete Untersuchungsmethoden,
mit denen der Staubgehalt der Atemluft quantitativ und qualitativ erfasst werden
kann. Allerdings werden damit nur Stäube untersucht, die zu Arbeitsstoffen zählen. Ein generelles
Interesse am Staubgehalt der Atemluft, gar in Wohnräumen, besteht noch nicht. Vor
dem zweiten Weltkrieg wandten sich etwa gleichzeitig der Schweizer Luftkurort Davos und
Günter Fuchs – einer der ersten Befürworter der Strahlungswärme – an Zeiss in Jena mit der
Frage nach einem Staubmessgerät. Zeiss nahm die Aufträge an und lieferte Geräte, die mit
einem kleinen Gebläse eine, durch eine zeitweilig geöffnete Blende relativ bestimmte Luftmenge
über eine geneigte Prallfläche leiteten. Diese Prallfläche – ein mit Gummi-Arabicum
benetzter Objektträger – sollte die daran aufgeprallten Staubpartikel binden, die dann unter
dem Mikroskop innerhalb eines Rasterfeldes abgezählt werden mussten. Noch kurz vor dem
Krieg stellte Günter Fuchs dabei auffällige Unterschiede zwischen dem Staubgehalt der Luft
in radiator-beheizten und in kachelofen-beheizten Räumen fest. Die Versuche wurden danach
nicht fortgesetzt, die Geräte auch nicht weiterentwickelt.

Hier gibt es weitere Informationen:

http://www.medizinauskunft.de/artikel/special/22_07_feinstaub.php

Antwort: Dagegen sprechen der Herstellungsaufwand und die bautechnischen Risiken. Dies
gilt uneingeschränkt, solange heizwasserdurchflossene Rohrsysteme, unter Putz montiert, als
direkte, und Heizleisten-Systeme als indirekte Wandheizanlagen bezeichnet werden. Diese
gleichsam hochgeklappten Fußbodenheizungen in Wandelementen, die von den Erfindern
nicht ausschließlich für Außenwände empfohlen werden, erreichen bestenfalls ein ähnliches
Innenklima wie Heizleisten; das heißt die Strahlungstemperatur der Wände wird erhöht, wogegen
die Lufttemperatur der Räume kühl bleibt. Die Konstruktionen der direkten Wandheizungen
fordern einen hohen Preis und beweisen wenig praktische Bauerfahrung der Erfinder.
Da werden beispielsweise auf die rohe Mauer erfindungsgemäß Rohrleitungen aus Kupfer
verlegt. Entweder in Schlangen gleichen Durchmessers über die Breite der Wände, oder mittels
eines waagrechten Verteilerrohres unter der Decke und eines Sammelrohres über dem
Fußboden, die durch dünne Rohrschlangen von oben nach unten verbunden werden. Mauerhaken
halten das Netz fest und darüber wird verputzt. Die Durchmesser dieser Kupferrohre
liegen zwischen 8 und 18 mm, weil sich so dünne Rohre leichter biegen lassen.
Ein anderer Lieferant setzt auf Kunststoff und bietet makkaronidünne Schläuche, die sich wie
Saiten einer Harfe zwischen fingerdicken Verteil- und Sammlerschläuchen spannen, falls sie,
wiederum erfindungsgemäß, richtig an die Rohmauern genagelt werden. Auch diese Harfen
mit einem Saiten(!) abstand von wenigen Millimetern werden eingeputzt. Soviel zum technischen
Aufwand!
Das bautechnische Risiko zeigt sich dem Praktiker vielschichtig. Wie reagiert das blanke, gelötete
Kupferrohr im chemischen Milieu des Gips-, Kalk-, Gips-Kalk- oder Kalk-Zement-
Putzes, wie der Kunststoff in den nächsten 30 Jahren? So lange steht jeder Planer jeder dieser
Anlagen in der Verantwortung gegenüber dem Bauherrn.
Heizwasser reagiert anfangs mit den unterschiedlichen Materialien der Anlagen, und verschlammt
kolloidal. Eine bundesweite Service-Organisation entschlammt bereits gewerbsmäßig
Fußbodenheiz-Systeme und verdient nicht schlecht damit. Auch diese Kosten der „falsch“
geplanten „Pflegefälle“ fallen 30 Jahre lang in die Verantwortlichkeit der Planer. Bisweilen
wird auch Frau Doktor Elisabeth Müller, alias Lieschen Müller, Probleme bekommen, wenn
sie Kunst aufhängen und dazu Nägel in die direkt beheizten Wände schlagen (lassen) will.
Den Schaden allerdings, den herausspritzendes Heizungswasser, an Tapeten, Fußböden, Teppichen
durch beliebig viele Etagen, Hauseigentümern oder auch Mietern zufügt, zahlen ebenfalls
die Planer. Schadensersatz bleibt der Höhe nach unbegrenzt, so will es das Gesetz; und er
wird bislang durch keine Police eines Versicherers gedeckt. Deshalb hält indirektes Heizen
der Außenwände jedem Vergleich stand.

Heizleisten auf Putz und das legendäre Strahlungsklima
kann man einfacher und sicherer nicht erreichen.

Hintergründliches: Alle direkten Wandheizsysteme sind die Folge alternativer Lösungsversuche
um jeden Preis; nicht weniger aufwendig und im Kern sinnlos, wie Neohypokausten,
Temperier-Systeme mit Heizluftkanälchen in Böden und Wänden, bis hin zum einen Kachelofen
fürs ganze Haus.Die Ursprünge dieser Ideen finden sich letztlich in jenen Kreisen der
„Baubiologen“, die alte Baumethoden ohne Kenntnis deren Tradition unerfahrenen Bauherrn
immer noch und immer wieder andienen wollen.
Nachtrag: Dass echtes Strahlungsklima die Verfechter der herkömmlichen Luftheizerei mit
Radiatoren, Konvektoren oder auch mit Fußbodenheizungen stört, beweist die EnEV.
Direkte Wandheizungen müssen wie Fußbodenheizungen gedämmt werden das heißt zwischen
die eingeputzten oder auch vorgemauerten Rohrsysteme und die dahinterliegenden Außenwände
muss eine ausreichend dicke Dämmschicht gelegt werden. Damit sind die direkten
Wandheizsysteme samt und sonders kaltgestellt, bautechnisch und preislich.

Antwort: Natürlich nicht! – Oder doch?

Zu allem Holz, das vom Einschlag an qualitativ nicht als Nutzholz für Zimmerer oder
Schreiner geeignet war, sagte man seit Menschengedenken: das wird Brennholz.
Brennholz war es dann nach einer Art Reife- und Trockenzeit von mindestens drei,
regelmäßig eher fünf bis sieben Jahren. In diesen ersten drei Jahren konnten die Säfte in der
Zellstruktur des Holzes trocknen. Dabei entwich nicht nur Feuchtigkeit, sondern es oxidierten
die Naturharze und härteten aus.
Erst wenn das Holz frei von den natürlichen Lösungsmitteln dieser Naturharze ist, und außerdem
nicht von Wasser durchnässt, eignet es sich als Brennholz. Früher verheizt, brennt Holz
schlecht, setzt Schadstoffe frei und innerhalb der Öfen und Kamine Glanzruß an.
Längere Lagerzeiten ergaben sich früher aus der Vorratswirtschaft der Haushalte. Weil man
sichergehen wollte, dass auch ein strenger Winter überstanden werken kann, legte man den
Vorrat entsprechend an; vorausgesetzt die Mittel erlaubten dies.
Man lagerte Brennholz deshalb stets luftig, überdacht und Jahrgangsweise. Übrigens nicht nur
auf dem Land. Noch anfangs des 20. Jahrhunderts gehörten zu den Wohnblöcken der Großstädte,
wie etwa im Franzosenviertel der Münchener Vorstadt Haidhausen, sogenannte Holzlegen.
Das waren gut überdachte Lattenvorschläge in den hinteren Höfen mit ausreichend
großen Abteilen für jede der Wohnungen. Darin schichtete man das Brennholz. Die Kellerabteile
waren dagegen nicht für Holz, sondern für Kohlen, Kartoffel und Kalkeier bestimmt.
Diese Tradition soll nun offenbar verdrängt werden. Die Zentrale Marketinggesellschaft für
Agrarprodukte (CMA) führt seit einiger Zeit in Prospekten das Kunstwort Heizholz ein.
Dieses Heizholz braucht angeblich auch nur noch ein Jahr zu trocknen und eignet sich
neuerdings sogar für Rostfeuerungen in Zentralheizungen. Der Unfug zeigt System: Holz soll
auf breiter Basis „vermarktet“ werden. Ob das Erfolg haben wird, darf bezweifelt werden.
Hintergründliches: Allein der sorglose Umgang mit der Sprache macht hier stutzig. Ähnlich
wie man Lehrlingen, die nichts mehr lernen wollten, den neuen Namen „Auszubildende“
verlieh, anstatt die Notwendigkeit Lehrzeit erst recht herauszustellen, will man sich offenbar
um die Notwendigkeit der Brennholzreifezeit drücken, indem man den „Verbrauchern“ vormacht,
mit dem Heizholz sei dies ja alles nicht mehr nötig.
Es ist abzusehen, wann sich die Heizholzverdrossenheit bei den Hereingelegten einstellen
wird.